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Erfolgreicher Fachtag "Resozialisierung neu denken" in der Lokwelt Freilassing

Tragfähige Beziehungen sind der Erfolgsfaktor bei der Resozialisierung.

Am Fachtag von Jonathan Soziale Arbeit am Dienstag, 3. Juli in der Lokwelt Freilassing plädierten Experten aus Wissenschaft, Justiz und Sozialer Arbeit für einen Wandel in der Resozialisierungspolitik in Deutschland. Der bekannte Kriminal- und Sozialwissenschaftler Professor Dr. Bernd Maelicke forderte, dass sich Resozialisierungsmaßnahmen an den individuellen Bedürfnissen der einzelnen Straftäter orientieren sollen. Erfolgsfaktoren der Resozialisierung sind tragfähige Beziehungen, die wir nur durch eine individuelle langfristige Betreuung aufbauen können", erklärte der Kriminalexperte den rund 140 Tagungsgästen und ergänzte, dass erfolgreiche Resozialisierung während der Haft beginnen und nach der Entlassung weitergeführt werden müsse, um gemeinsam mit den Straftätern eine Perspektive für die Rückkehr in die Gesellschaft zu entwickeln. Diesen Ansatz verfolgt auch Neustart e.V. aus Salzburg. Dort werden seit 2012 Sozialnetz-Konferenzen (SONEKO) für straffällige Jugendliche angeboten, bei denen die Familien und das erweiterte soziale Umfeld gemeinsam mit den jungen Männern und Frauen eine Zukunftsstrategie entwickeln. Dr. Johannes Bernegger von Neustart gab praktische Einblicke in die Arbeit und stellte die guten Erfolge heraus.

Am Nachmittag konnten sich die Teilnehmer/innen am Fachtag in vier Workshops intensiver mit einzelnen Aspekten des Themas beschäftigen. Dr. Diana Willems vom Deutschen Jugendinstitut München gab Einblicke in die herausfordernde Situation von jugendlichen Gewalttäter/innen zwischen Jugendhilfe und krimineller Karriere. Bei Dr. Johannes Bernegger und Elisabeth Webinger vom Verein Neustart Salzburg konnten die Workshop-Besucher/innen eine Sozialnetzkonferenz durchspielen und so gleich am eigenen Leib die Dynamik dieser Methode erspüren. Das Modellprojekt "Resozialsierung und Soziale Integration (RESI)" aus Köln wurde im dritten Workshop von Monica Wunsch, Dipl.-Sozialarbeiterin und Projektleiterin von RESI, vorgestellt. Im vierten Workshop vermittelte Achim Wallner, Dipl.-Sozialpädagoge (FH) und Bundesvorstand des DVJJ, den interessierten Teilnehmer/innen die Bedeutung von soliden Beziehungen in der Arbeit mit straffälligen jungen Menschen.

Die abschließende Podiumsdiskussion rundete den Tag gelungen ab, indem auf die zentralen Inhalte des Tages noch einmal eingegangen werden konnte. Moderator Tobias Pötzelsberger vom ORF Salzburg unterhielt sich mit zentralen Akteuren des Fachtages über Finanzierungsmodelle, aktuelle Herausforderungen und wichtige Aspekte für eine gelungene Resozialisierung von jugendlichen Straftäter/innen. In der lebhaften Runde konnten verschiedene Positionen ihre Perspektive vermitteln. Mit dabei waren: Winfried Köpnick (Richter am Amtsgericht Laufen), Florian Zecha (Regierungsdirektor, Leiter der JVA Laufen-Lebenau), Dr. Diana Willems (Deutsches Jugendinstitut München), Dr. Johannes Bernegger (Einrichtungsleiter, Verein Neustart Salzburg) und Prof. Dr. Bernd Maelicke (Direktor des Deutschen Instituts für Sozialwirtschaft, Honorarprofessor Leuphana Universität Lüneburg). Auch das Publikum hatte die Möglichkeit, am Gespräch teilzunehmen.

Wir freuen uns über die rege Teilnahme am Fachtag "Raus aus dem Abseits - Resozialisierung neu denken".

Der Fachtag wurde ermöglicht mit freundlicher Unterstützung von:

Gefördert durch den Bayerischen Landesverband für Gefangenenfürsorge und Bewährungshilfe e.V., Bezirksverein Laufen-Lebenau.
In Kooperation mit der JVA Laufen-Lebenau

Unterlagen zu den Workshops zum Download

Unterlagen zu den Fachvorträgen zum Download 

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